4er-Pokal, 1. Runde auf Bezirksebene – Überraschendes Aus für Hersfeld I

Die erste Runde des 4er-Pokals auf Bezirksebene fand bereits am 15.03. statt. Aufgrund von Ostern und weiteren Terminen verzögerte sich die Berichterstattung leider etwas.

Nachdem im vergangenen Jahr keine der drei Hersfelder Mannschaften das Finale erreichen konnte, sollte sich dies in dieser Saison unbedingt ändern. Entsprechend motiviert gingen wir mit zwei gut aufgestellten Teams an den Start. Die erste Mannschaft bestand überwiegend aus Spielern der Landesklasse, während die zweite Mannschaft aus Akteuren der zweiten Mannschaft gebildet wurde.

Die Auslosung erfolgte am Sonntagmorgen beim Bezirkstag: Hersfeld II erhielt ein Freilos, während Hersfeld I im Lokalderby auf Schenklengsfeld traf. Auf dem Papier waren wir deutlicher DWZ-Favorit – doch der Pokal hat bekanntlich seine eigenen Gesetze. Diese Erfahrung mussten wir bereits im letzten Jahr machen, als wir überraschend gegen Hünfeld ausschieden.

Der Wettkampf begann vielversprechend. Eckhard Krauße wählte ein scharfes Gambit, das sein Gegner jedoch ablehnte. Dennoch entstand eine sehr angenehme Stellung, die Eckhard souverän verwertete. Auch nach dem Damentausch spielte er energisch weiter, gewann mittels einer taktischen Abwicklung mit zwischenzeitlichem Springeropfer einen Bauern und brachte den Vorteil sicher ins Ziel – 1:0 für Hersfeld.

Am vierten Brett konnte auch Jörk Kruse einen überzeugenden Sieg einfahren, sodass uns nur noch ein halber Punkt zum Mannschaftserfolg fehlte.

An Brett 1 geriet Markus Schmidt nach einer Ungenauigkeit in der Eröffnung in eine unklare, aber durchaus haltbare Stellung. Hier tauschte schwarz die Läufer auf f3 und bemerkte zu spät, dass Weiß mit durch das Zurückschlagen mit dem Bauern das Feld e4 wieder kontrolliert und dynamisches Spiel im Zentrum und auf der G-Linie erlangen kann. Dies überkompensiert die Strukturschwäche.

Zwischenzeitlich bot sich sogar die Chance auf deutlichen Vorteil, doch die Variante wurde verworfen. Hier ist d4 sehr stark, da die weiße Bauernstruktur zerstört wird und der König danach Probleme bekommt. Schwarz muss jedoch Dd3 berechnen.

Eine genauere Berechnung hätte gezeigt, dass sie tragfähig gewesen wäre – eine ärgerliche verpasste Gelegenheit. (Nach 1.Dd3 dxe 2. Dxd7 Td8 3. Dxc7 Txd2 gewinnt schwarz). In der Folge verflachte die Stellung in ein Endspiel, in dem Weiß zwar leichten Druck ausüben konnte, die Remisbreite jedoch greifbar schien.

Auch an Brett 3 wurde noch gekämpft. In einer geschlossenen Stellung mit Turm und ungleichfarbigen Läufern standen die Chancen auf ein Remis gut. Bernd Schnitzlein hatte zudem seit langer Zeit keine Partie mehr verloren. Doch sein Gegner spielte verständlicherweise auf Gewinn, da ein Remis das Pokalaus bedeutet hätte.

Dann kam es, wie es kommen musste: In Zeitnot griff Markus Schmidt im Endspiel fehl. Aus einer ausgeglichenen Stellung entstand ein Nachteil, der schließlich nicht mehr zu halten war. Damit lag alle Hoffnung auf Brett 3.

Hier wurde über sechs Stunden hinweg verbissen gekämpft, doch letztlich ging ein Bauer verloren. Die gegnerischen Freibauern erwiesen sich als schneller, und die Stellung war nicht mehr zu verteidigen.

Damit war die Pokalsensation perfekt: Hersfeld I scheidet – wie schon im Vorjahr – bereits in der ersten Runde aus.

Alle Hoffnungen ruhen nun auf Hersfeld II, die in der Zwischenrunde in Lauterbach antreten wird. Im nächsten Jahr nehmen wir einen neuen Anlauf.