Geschichte des SK Turm Bad Hersfeld
Chronik
Gründung des Schachklubs Bad Hersfeld
Nachdem 1877 der Deutsche Schachbund in Leipzig gegründet wurde, dauerte es immerhin noch 60 Jahre, bevor sich in Bad Hersfeld die Schachspieler organisieren und sich einem Schachverband anschließen konnten. Dazu bedurfte es schon einer guten Portion Optimismus und Idealismus der beteiligten Personen.
Initiatoren der Vereinsgründung waren die Herren Heidsiek, Knittel und Sauer, die im Cafe Bolender privat spielte, und die auf einem ihrer Treffen beschlossen, am 10. Februar 1937 eine Anzeige in der Hersfelder Zeitung aufzugeben.
Am 25.2.1937 trafen sich dann im Cafe Bolender am Kurpark, auf Grund dieser Anzeige und der Initiative von Günther Sauer, 11 Schachfreunde, um einen Schachklub in Bad Hersfeld zu gründen. Bad Hersfeld zählte zu dieser Zeit 15.000 Einwohner.
Als Gründungsmitglieder sind überliefert:
| Gründungsmitglieder | |
|---|---|
| 1. Dr. Wilhelm Auel, Bad Hersfeld, Marktplatz 28 | 2. Robert Fischer, Bad Hersfeld, Untere Frauenstr. 18 |
| 3. Ernst Grimm, Bad Hersfeld, Wehneberger Str. 23 | 4. Albert Hehlgans, Bad Hersfeld, Benno-Schilde-Str. 16 |
| 5. Adolf Heidsiek, Bad Hersfeld, Brückenmüllerstr. 11 | 6. Alfred Helberg, Bad Hersfeld, Wehneberger Str. |
| 7. Erich Knittel, Bad Hersfeld, Am Lingplatz | 8. Karl König jun., Bad Hersfeld, Landecker Str. |
| 9. Günther Sauer, Bad Hersfeld, Simon-Haune-Str. 3 | 10. Käthe Spangenberg, Bad Hersfeld, Wigbertstr. 1 |
| 11. Max Wenzel, Bad Hersfeld, Güldene Kammer 7 | |
Die beiden Mitglieder Günther Sauer und Albert Hehlgans sind heute Ehrenmitglieder und nehmen mit ihren 90 Jahren noch passiv am Vereinsleben teil.
Die erste Schachanzeige erschien am 10. Februar 1937 in der Hersfelder Zeitung und die Satzung für den neu gegründeten Verein wurde am 29. April 1937 beschlossen.
Der erste Vorstand bestand aus:
| Der erste Vorstand | |
|---|---|
| 1. Vorsitzender: | Günther Sauer |
| Schriftführer: | Erich Knittel |
| Kassenwart: | Adolf Heidsiek |
| Spielführer: | Ernst Grimm |
Das erste Vereinsturnier wurde im August 1937 beendet. Es nahmen 13 Schachfreunde teil. Erster Vereinsmeister wurde nach Stichkampf Ernst Grimm vor Rockensüß.
Der erste Mannschaftskampf fand am 11.7.1937 gegen Alsfeld statt und wurde mit 5:8 verloren.
Am 26. Mai 1938 erfolgt die Anmeldung des Vereins mit 13 Mitgliedern beim Landesverband Mittelrhein im Großdeutschen Schachbund. Pro Jahr und Mitglied waren 1,20 RM an den Landesverband abzuführen (0,50 RM an den Großdeutschen Schachbund, 0,40 RM an den Landesverband Mittelrhein, 0,10 RM an den Unterverband Nord-Ost und 0,20 RM an den Bezirk). Der Vereinsbeitrag betrug damals 0,50 RM pro Monat.
Erstmals wurde beim Bad Salzschlirfer Pokalwettkampf teilgenommen und man erreichte auf anhieb einen beachtlichen zweiten Platz.
Das Schachleben während des Zweiten Weltkrieges
Das Cafe Bolender war seit Vereinsgründung das Spiellokal. Durch den hereinbrechenden Zweiten Weltkrieg wurde das Schachleben erheblich beeinträchtigt. Durch den Einsatz der Schachfreunde Dr. Wilhelm Auel und Günther Sauer kam das Schachleben nicht gänzlich zum Erliegen.
Zur Belebung des Schachspiels während der Kriegsjahre wurde ab 1939 in der Hersfelder Zeitung eine Schachecke ins Leben gerufen, die von Günther Sauer betreut wurde. Man veröffentlichte aktuelle Schachergebnisse, interessante Partien und stellte Schachaufgaben.
In den Jahren 1939 bis 1943 wurde in den Privatwohnungen von Dr. Auel und Rechtsanwalt Gössel gespielt. 1943 und 1944 wurde die Hessenschänke neues Vereinslokal. Alle Fahrten zu den Mannschaftswettkämpfen, soweit noch welche stattfanden, erfolgten per Bahn und die Fahrtkosten mußten die Mitglieder selber tragen.
Im Jahre 1939 wurde zum dritten Mal der Bad Salzschlirfer Pokal gespielt, welcher 1936 von der Kur- und Badeverwaltung Bad Salzschlirf gestiftet wurde. Am Wettkampf am 25 Juni 1939 beteiligten sich Alsfeld, Fulda und Bad Hersfeld. Fulda konnte sich den Pokal sichern. Der Bad Salzschlirfer Wanderpokal ist inzwischen in den endgültigen Besitz des Schachklubs Bad Hersfeld übergegangen, da dieser in den Jahren 1961, 1962 und 1963 dreimal hintereinander gewonnen werden konnte. Auch heute wird der Nachfolgepokal noch als Achterpokal des Bezirks Osthessen ausgespielt.
In den letzten Kriegsjahren kam das Schachspiel ganz zum erliegen. Vereinbarte Wettkämpfe z.B. gegen die KdF-Spielvereinigung Kassel mußten wegen des unregelmäßigen Bahnverkehrs und wegen der akuten Luftgefahr abgesagt werden. Von den 12 Mitgliedern wurden in den 40er Jahren 8 Schachfreunde eingezogen. Im Sommer 1944 wurden auch die restlichen 4 Schachfreunde kriegsdienstverpflichtet, so daß das Schachleben in Bad Hersfeld im Herbst 1944 gänzlich zum erliegen kam.
Auch in der Verwundetenbetreuung engagierte sich der Schachklub. In den Jahren 1943 und 1944 fanden Veranstaltungen mit den Deutschen Schachmeistern Alfred Brinkmann und Friedrich Sämisch statt. Die beiden Schachmeister hielten Vorträge und spielten simultan. Auch der Schachklub selbst organisierte Veranstaltungen und Wettkämpfe mit den Verwundeten.
Am 14. Juli 1944 berichtete die Hersfelder Zeitung über die Simultanveranstaltung mit A. Brinkmann wie folgt:
„Zweimal gastierte der Deutsche Schachmeister Alfred Brinkmann vor Verwundeten im Kurhotel und ein weiteres Mal im Spiellokal des Schachklub Bad Hersfeld. Insgesamt spielte er dabei 50 Partien, von denen er 39 gewann, 7 verlor und 4 unentschieden beendete. Siegreich blieben gegen den Meister nach hartem Kampf: die Herren Remdt und Gunther (Kasseler Schachklub), Herr Tönnies (Schachvereinigung Essen), die Herren Wegener, Becker und Sauer (Schachklub Bad Hersfeld) und Gefreiter Stuhlmann. Unentschieden spielten die Herren Brückner (KdF-Spielvereinigung Kassel), Friese (Marburger Schachklub), Hehlgans (Schachklub Bad Hersfeld) und Gefreiter von Neuendorf.“
Dies war die letzte schachliche Aktivität vor der Beendigung des Zweiten Weltkrieges.
Nach dem Krieg
1945 erlaubten die amerikanischen Offiziere den Hersfelder Schachfreunden, in der von den Amerikanern besetzten „Villa Rechberg“ vorübergehend Schach zu spielen. Voraussetzung war, daß die Spieler entnazifiziert waren. Auf Grund des Beschlusses des Alliierten Kontrollrates wurden 1945 alle Vereine aufgelöst. Für den Neubeginn mußte eine Lizenz beantragt werden, die erst nach einer Gesinnungsprüfung des Vereins und seiner Ziele von den Militärbehörden neu erteilt wurde.
Der Verein reorganisierte sich rascher als erwartet, dank der Initiative der Herren Günther Sauer, Willi Most und Albert Hehlgans. Anfangs wurde sich im Garten des Schachfreundes Dr. Wilhelm Auel jeden Samstag Nachmittag getroffen. Im Oktober 1946 erhielt der Schachklub wieder eine Lizenz zur Vereinsführung. Auf Anhieb fanden sich 34 Schachfreunde, die dem Verein beitraten, und die die einmalige Eintrittsgebühr von RM 1,- und einen monatlichen Beitrag von RM 1,- bezahlten.
Um das Interesse am Schach weiter zu erhöhen, konnte der internationale Schachmeister und Schachpublizist Alfred Brinkmann gewonnen werden, der an 25 bzw. 30 Brettern im August und November 1946 in Bad Hersfeld simultan spielte.
Schachwettkämpfe gegen Kassel/Bettenhausen, Fulda und Alsfeld zeugten von dem wiedererwachten regen Schachbetrieb.
Beitritt zum Hessischen Schachverband
Unter der Regie des früheren Vorsitzenden des Schachverbandes Mittelrhein, Karl Linnmann, Wiesbaden, gründeten 8 Vereine im Juni 1946 den Hessischen Schachverband, dem der Schachklub Bad Hersfeld schließlich als elfter Verein beitrat. Auf der Generalversammlung des Hessischen Schachverbandes am 25.1.1947 in Frankfurt/M. wurde unser Verein von den Aktiven Sauer, Hehlgans und Most vertreten. Dem dort gewählten Vorstand gehörte auch ein Hersfelder an: 1. Vorsitzender: Linnmann, Wiesbaden; 2. Vorsitzender: Werner, Offenbach; Schriftführer: Vogler, Hochheim; Turnierleiter: Hummel, Frankfurt und Kassierer Most, Bad Hersfeld.
Auch die Schachecke wurde ab Januar 1947 wieder in der Hersfelder Zeitung eingerichtet. Sie wurde zunächst von Willi Most betreut. Sie erschien einmal wöchentlich und hatte in ihrer Form bis 1965 bestand. Dann wurde die Schachberichterstattung im Lokalteil fortgeführt, bis sie schließlich ihren endgültigen Platz im Sportteil fand.
Erste überregionale Erfolge
Das erste Großereignis nach dem Kriegsende waren die Hessischen Fernschachmeisterschaften 1947/48. Unser Vertreter Hehlgans belegte mit 7,5 Punkten hinter den punktgleichen Siegern, die 8,5 Punkte erreichten, einen vielbeachteten 2. Platz.
In einem der 4 Wertungsturniere um die Teilnahme an der Deutschen Schachmeisterschaft qualifizierte sich unser Vereinsmitglied Mistereck, ehemaliger Niedersachsenmeister, für das Entscheidungsturnier in Wiesbaden. Hier scheiterte er knapp mit einem hervorragenden 2. Platz hinter dem Sieger Pleutgen, aber immer noch vor so starken Spielern wie Althoff und Schlensker (Schachrundbrief des HSV vom Juni 1947).
Auch an den Hessischen Mannschaftsmeisterschaften wurde teilgenommen. Man spielte in der Nordgruppe mit den Vereinen Kassel/Bettenhausen, Fulda, Limburg, Wetzlar und Melsungen zusammen. Die Hersfelder Farben wurden u.a. von Mistereck, Karl Lidums, Hehlgans, Most, Remdt, Knevels, Staniekm, Sauer, Grimm und Dr. Auel vertreten.
Der Verein erreichte seine erste Blütezeit. Man spielte mit drei Mannschaften. Das Vereinslokal war in den Jahren 1947 und 1948 das Gasthaus zur Sonne.
Jubiläumsturnier mit Großmeister Bogoljubow
Anläßlich des 10jährigen Vereinsjubiläums fand vom 19. bis 25. Juli 1947 in Heringen ein gemischtes nationales Meisterturnier statt, welches durch die Teilnahme von Großmeister Bogoljubow seine besondere Bedeutung erhielt
Bogol, wie ihn seine Freunde nannten, spielte 1929 und 1934 zweimal gegen Dr. Aljechin um die Schachweltmeisterschaft und war mehrfacher Meister von Deutschland.
Weiterhin nahmen an dem Jubiläumsturnier teil:
Der internationale Schachmeister Brinckmann (Kiel), der zur damaligen Zeit überragende Jugendmeister Niephaus (Bad Nauheim), der deutsche Fernschachmeister Nonnenmacher (Kassel), der Vorsitzende des Hessischen Schachverbandes Linnmann (Wiesbaden) und die sechs einheimischen Spieler Lidums, Most, Mistereck, Hehlgans, Remdt und Staniek.
In der Festschrift des Deutschen Schachbundes anläßlich des 100-jährigen Bestehens von 1977 wurde das Turnier in Heringen als Markstein der schachlichen Neuordnung und des Wiederaufbaus nach dem Kriege erwähnt (Seite 93).
Willy Most berichtet in seiner Schachecke über eine Kampfpartie aus diesem Turnier zwischen unserem Mitglied und Bogoljubow.
Im Schachrundbrief des Hessischen Schachverbandes wurde das Turnier mit folgendem Artikel gewürdigt:
„Vom 19.7. bis 25.7. fand in Heringen/Werra das vom Hersfelder Schachklub veranstaltete Jubiläums-Turnier statt, das vor allem durch die Teilnahme von Großmeister Bogoljubow (Triberg), Meister Brinckmann (Kiel) sowie Niephaus (Bad Nauheim) seine Besondere Bedeutung erhielt. Außer den 6 besten Hersfelder Spielern nahmen noch Linnmann (Wiesbaden) und Nonnenmacher (Kassel) teil. Überraschenderweise fiel der Turniersieg an Niephaus, der in der 1. Runde Bogoljubow und in der 3. Runde Brinckmann durch seine Blockadepartien besiegen konnte und alle 10 Partien gewann. Zweiter Preisträger mit 8 Punkten wurde Bogoljubow, der in seiner Partie gegen Brinckmann in Gewinnstellung einen Turm einstellte. Den 3. bis 4. Preis gewannen gemeinsam Brinckmann und Nonnenmacher. Die Hersfelder Spieler kämpften wacker und verbissen und machten den Meistern das Siegen schwer. Hier ist vor allem Most zu nennen, der ein beachtliches Können zeigte und in Zukunft sicher noch weiter kommen wird. Er ist auch der eigentliche Organisator des Turniers, das auf das beste vorbereitet war und allen Teilnehmern in angenehmer Erinnerung bleiben wird. Den Schönheitspreis erhielt Nonnenmacher für seine Partie gegen den früheren Niedersachsenmeister Mistereck.
Der Endstand des Turniers war folgender: 1. Niephaus 10 P.; 2. Bogoljubow 8 P.; 3.-4. Brinckmann und Nonnenmacher 7,5 P.; 5. Linnmann 6 P.; 6. Lidums 4,5 P.; 7. Most 3 P.; 8. Staniek 2,5 P.; 9.-11. Remdt, Hehlgans und Mistereck 2 P.“
Gründung von Spielgruppen im Jahre 1947 im Kreis Hersfeld
In dieser Zeit bildeten sich zahlreiche Schachspielgruppen, die sich wegen der Lizenzschwierigkeiten dem Schachklub Bad Hersfeld anschlossen, um sich zu einem späteren Zeitpunkt selbständig zu machen. Von diesen Spielgruppen existiert heute noch der selbständigen Schachvereine in Schenklengsfeld. Der SC Heringen führte seinen Spielbetrieb bis ins Jahr 2002 fort.
Es bestanden die folgenden 6 Spielgruppen:
| Liste der Spielgruppen |
|---|
| Niederaula unter Gruppenleiter Beilicke |
| Heringen unter Gruppenleiter Stahl |
| Schenklengsfeld unter Gruppenleiter Hermann |
| Lengers unter Gruppenleiter Wenk |
| Sorga einschließlich Friedewald unter Gruppenleiter Kaiser |
Willi Most wird neuer Vorsitzender des Schachklub Bad Hersfeld
In einer außerordentlichen Vorstandssitzung und anschließenden Mitgliederversammlung wurde Willi Most zum neuen Vorsitzenden gewählt. Günther Sauer, der sein Amt aus privaten und beruflichen Gründen zur Verfügung stellte, wurde auf Grund seiner Verdienste um den Verein zum Ehrenvorsitzenden gewählt (Schachrundbrief des HSV 11/1947). Most, der auch zur Gründung der Spielgruppen anregte, leitete die Geschicke des Vereins bis 1951. Er organisierte auch das Jubiläumsturnier 1947. Er mußte sich jedoch 1952 aus beruflichen Gründen vom aktiven Sport zurückziehen. Er blieb jedoch dem königlichen Spiel treu, als eifriger Sammler von Schachliteratur, Kupfer-, Stahl- und Holzstichen mit Schachmotiven und von wertvollen Holz- und Elfenbein-Schachfiguren.
Krise und Aufschwung Anfang der 50er Jahre
Das neue Vereinslokal und nunmehr die Marktschänke Möhle, wo der Schachklub bis 1951 sein Domizil hat. 1952 muß das Vereinslokal wieder gewechselt werden. Der Verein findet ein neues Zuhause im Parkhotel „Haus Deutschland“ im Kurpark bis zum Jahre 1955.
Im Jahre 1950 wurde die Jugendgruppe des Schachklub Bad Hersfeld gegründet, um den Jugendlichen noch mehr Aktivitäten zu bieten. Initiator war der Schachfreund Karl Knevels.
In den Jahren 1951, 1952 und 1953 hatte der Schachklub Bad Hersfeld ein Tief zu überwinden. Dies wurde erst 1953 durch das in Hersfeld stattfindende Endspiel um den „goldenen Springer“ und Hersfeld Spitzenspieler Dr. Kolscher überwunden. Dr. Kolscher qualifizierte sich im Unterverband auch für die Teilnahme an den hessischen Einzelmeisterschaften.
Aber noch im Juli 1953 musste Freundschaftsspiele, die von der BSG-Lokomotive Erfurt und der Sportgemeinschaft Traktor Herbsleben vorgeschlagen wurden, von den Hersfeldern abgesagt werden, da diese keine Mannschaft stellen konnten.
Jedoch am 16. August 1953 stand Bad Hersfeld in der Endrunde um den Salzschlirfer Pokal im Deutschen Haus in Bad Salzschlirf. 1953 fand wieder ein Turnier um den Vereinsmeister statt, das mit 13 Teilnehmern besetzt war. Sieger wurde der Postoberamtmann Lindemann, der auch von 1952 bis 1959 den Vorsitz des Schachklub Bad Hersfeld inne hatte. Die Krise war überwunden.
Aufstieg in den späten 50ern.
In den Jahren 1956 – 1959 findet der Schachklub Bad Hersfeld unter dem Vorsitz von Siegfried Lindemann zur gewohnten Spielstärke zurück. Der Klub hat wieder 18 Mitglieder. 1956 wurde auch ein neues Lokal Spielstätte des Vereins, das Hotel „Zum wilden Wässerchen“, in dem der Schachklub bis zum Jahre 1970 zu Hause war. Die Schachspieler waren auch deshalb dort gern gesehen, weil der Seniorchef Philipp Hartmann selbst Schachspieler war und dem Verein als Mitglied angehörte. Durch die weitere positive Mitgliederentwicklung mussten sich die Schachspieler 1970 nach einem neuen Lokal umsehen, da im „Wilden Wässerchen“ kein separater Spielraum zur Verfügung stand. Zu dieser Zeit hatte der Verein 35 Mitglieder.
1958 wurde der Schachklub Bad Hersfeld erstmals Unterverbansmeister des Unterverbandes II und spielte Anfang 1959 um die Hessische Schachmeisterschaft gegen Kassel 1876 und Gießen 1858, musste jedoch jeweils klare Niederlagen hinnehmen.
1959 wurde der Schachklub Bad Hersfeld erneut Unterverbandsmeister und scheiterte Anfang 1960 bei den Spielen auf Landesebene wieder klar gegen die Meister des Unterverbandes I Kassel 1876 und des Unterverbandes III Gießen 1858.
Der zweite große Sportliche Erfolg geling durch den erstmaligen Gewinn des Salzschlirfer Pokals. Die Hersfelder konnten gegen Rotenburg mit 6 : 2 gewinnen. Die Siegermannschaft spielte in folgender Aufstellung: Laschek, Bruckhardt, Faust, Grimm, Zehner, Hehlgans, Frank und Lanske.
Im September 1957 richtet der Schachklub Bad Hersfeld die 1. Runde um den „Goldenen Springer“ im Saale Sander in Bad Hersfeld aus. An diesem Turnier beteiligten sich 40 Schachspieler aus Osthessen. Die weiteren Rundenkonnten dann wegen der geringen Teilnehmerzahl wieder im „Wilden Wässerchen“ ausgetragen werden.
Die zunehmende Spielstärke der Mannschaft wurde wesentlich durch den 1957 zu Hersfeld gekommenen Spitzenspieler Gerald Laschek beeinflusst. Laschek wurde auf Grund seiner Spielstärke im September 1958 zum Turnierleiter des Unterverbandes gewählt. Dieses Amt hatte er bis 1971 inne.
1959 vollzieht sich ein Wechsel des 1. Vorsitzenden. Es beginnt die Ära Laschek, der dem Schachklub Bad Hersfeld bis 1975 vorsteht. Er führt den Verein zu wesentlichen Erfolgen, insbesondere zum Aufstieg in die Landesklasse Nordost, wo Hersfeld 1975 Meister wurde, zum Gewinn des Salzschlirfer Pokals, das Wella Pokals, und des Pokals der Stadt Bad Hersfeld.
Erfolge in den 60ern
Während der 50er Jahre verfügten nur wenige schachmitglieder über Pkw’s, so daß fast alle Auswärtsfarten per Bahn erfolgten. Erst in den 60er Jahren wurden eigene Pkw’s der Mitglieder benutzt. Die meisten Mitglieder verzichteten, wie auch heute noch, zur Stärkung der finanziellen Basis des Vereins auf die Erstattung von Benzingeld. Das Mitglied Rosenblath fuhr anfangs sogar mit seinem Motorrad zu Wettkämpfen und nahm auf dem Sozius noch einen Schachfreund mit. Jedoch mit dem wachsenden „Wirtschaftswunder“ nahm auch die Zahl der Pkw’s bei den Mitgliedern zu und die Anfahrten wurden bequemer.
Der jetzige 1. Vorsitzende Gerald Laschek, der mehrfach an dem Meisterturnier A um die Hessische Meisterschaft teilnahm, gibt dem Verein durch seine Spielstärke neue Impulse.
Durch den Gewinn des Salzschlirfer Pokals dreimal hintereinander in den Jahren 1961, 1962 und 1963 erringen die Hersfelder den 1936 gestifteten Pokal, der allerdings in den Jahren 1940-1950 nicht ausgespielt wurde, endgültig. Der Pokal trägt folgende Gewinner:
| Gewinner des Salzschlirfer Pokals | |
|---|---|
| 1939: Schachvereinigung Fulda | 1955: Schachverein Schlitz |
| 1937: Schachverein Alsfeld | 1956: Schachvereinigung Lauterbach |
| 1938: Schachvereinigung Fulda | 1958: Schachklub Rotenburg |
| 1939: Schachvereinigung Fulda | 1959: Schachklub Bad Hersfeld |
| 1951: Schachverein Alsfeld | 1960: Schachvereinigun Lauterbach |
| 1952: Schachverein Ilbeshausen | 1961: Schachklub Bad Hersfeld |
| 1953: Schachverein Alsfeld | 1962: Schachklub Bad Hersfeld |
| 1954: Schachvereinigung Lauterbach | 1963: Schachklub Bad Hersfeld |
Als Ersatz für den Salzschlirfer Pokal wird ab 1964 um den Wellapokal im Unterverband gespielt, den der Schachklub Bad Hersfeld erstmals 1965 gegen Hünfeld gewinnen konnte. Weitere Siege folgten 1967, 1969, 1970 und 1972, wodurch der Pokal durch fünfmaligen Gewinn in den Besitz des Schachklub Bad Hersfeld überging.
Aus Anlass des 25jährigen Jubiläums spielte der Internationale Meister Dr. Heinz Lehmann, Berlin, am 23.6.1962 in Bad Hersfeld gegen 25 Spieler aus dem Unterverband Osthessen simultan. Er gewann 23 Partien und verlor nur gegen Blank, Rotenburg und remisierte gegen Opel, Lauterbach. Außerdem findet zum Jubiläum ein Freundschaftswettkampf gegen die Würzburger Schachfreunde statt.
Gerald Laschek gewinnt in den Jahren 1964 und 1965 je einmal den Einzelpokalwettkampf um den „Goldenen Springer“ der im KO-System ausgetragen wird. Er steht zweimal im Endspiel auf Landesebene und kann auch zweimal den Wettkampf für sich entscheiden.
Die Spielstärke des Vereins hatte sich insbesondere durch das ständige Turnierspiel verbessert, an dem im Durchschnitt 20 Schachfreunde teilnahmen. Die Mitgliederzahl hatte sich Anfang der 60er Jahre nochmals erhöht und beträgt jetzt 40 Schachfreunde, wovon 10 Jugendliche sind.
Aus Anlass des 30jährigen Bestehens findet in Hersfeld ein Mannschaftsblitzturnier mit Vierermannschaften des Unterverbandes Osthessen statt.
Für die Spielsaison 1968 wurde die Landesklasse Nordost neu ins Leben gerufen. Auf Grund dieser Neueinteilung sind künftig für den Aufstieg in die Landesklasse keine Aufstiegsspiele mehr erforderlich. Die Sieger des jeweiligen Unterverbandes steigen direkt auf. Dieser neuen Klasse gehörten zum Zeitpunkt der Einteilung Kassel 1876, Eschwege, Korbach, Zuse Bad Hersfeld, Schachklub Bad Hersfeld und ein weiterer Aufsteiger an. Der Schachklub erreichte in dieser Klasse jeweils achtbare Plätze. Die zweite Mannschaft spielt in all diesen Jahren im oberen Drittel der Tabelle des Unterverbandes Osthessen mit.
Weiterer Aufschwung in den 70ern
An einem Ereignis der besonderen Art konnten die Schachspieler des Unterverbandes II teilnehmen, als man mit einem Bus zur Schacholympiade nach Siegen fuhr. Dort fand u. a. gerade ein Wettkampf der beiden giganten Spassky und Fischer statt, den Spassky gewann.
Nach einem Kurzgastspiel im Lokal „Burgschänke“ wurde 1971 die „Lullusquelle“ unter dem Pächter Liese das Vereinslokal. Aber bereits 1972 wechselte der Verein in das „Grabenstübchen“ unter der Inhaberin Berta Scheffer, wo der Verein immerhin bis zur Aufgabe der Gaststätte wegen Altersgründen der Inhaberin bis zum Jahre 1980 verblieb.
Das ständige Turnierspielen im Verein, verbunden mit Theorieabenden, bringt Früchte. So konnte 1972 endgültig der Wella-Pokal gewonnen werden. Im Anschluß daran hat die Stadt Bad Hersfeld zur Ausspielung des Mannschaftspokales im Unterverband Osthessen den Bad Hersfelder Pokal gestiftet. Ab 1973 wurde im Unterverband um den „Hersfelder Pokal“ gespielt, der auf Grund der konstanten Leistungen wiederum von dem Bad Hersfelder Schachklub endgültig gewonnen werden konnte und zwar durch Siege in den Jahren 1974, 1975, 1976 und 1977.
Der Jugendmeister des Schachklub Bad Hersfeld, Manfred Rubke, konnte 1974 einen stolzen Erfolg aufweisen, als er beim Kampf um den Hessischen Jugendpokal bis ins Endspiel kam und dort erst dem Sieger Moutang in Gelnhausen unterlag.
Den größten Erfolg in seiner bisherigen Schachgeschichte feierte der Schachklub Bad Hersfeld im Jahre 1975, als er Mannschaftsmeister der Staffel Landesklasse Nordost wurde und damit berechtigt war, um den Aufstieg in die Oberliga zu spielen. Den Aufstieg schafften die Hersfelder jedonch nicht. Sie scheiterten bei den Aufstiegsspielen knapp an Marburg durch eine 5,5 : 2,5 Niederlage und ein 4 : 4 Unentschieden.
Abschlußtabelle der Landesklasse Nordost 1975:
| Mannschaft | MP | BP | |
|---|---|---|---|
| 1. | Schachklub Bad Hersfeld | 14 | 39,5 |
| 2. | Schachklub Eschwege | 10 | 32,5 |
| 3. | Schachfreunde Korbach | 9 | 30,5 |
| 4. | Schachklub Fulda | 8 | 31,5 |
| 5. | Schachverein Anderssen Arolsen | 6 | 27 |
| 6. | Schachverein Hünfeld | 4 | 20 |
| 7. | FSV Hohenkirchen | 3 | 24 |
| 8. | Betriebssportgruppe Bebra | 2 | 19 |
Die kontinuierliche Jugendarbeit, die insbesondere durch den 1. Vorsitzenden Gerald Laschek gefördert wurde, zeigte Erfolge. Die Jugendmannschaft des Schachklub Bad Hersfeld wird 1975 Jugendmeister des Unterverbandes Osthessen.
Somit schloß die Ära Laschek, der sich aus persönlichen Gründen dem Schachverein Heringen zuwandte, um dort Aufbauarbeit zu leisten, sowohl bei den Senioren als auch bei der Jugend mit Meisterschaftserfolgen ab.
Die Jugendmannschaft des Vereins konnte 1976 erneut Jugendmannschaftsmeister des Unterverbandes Osthessen werden und die 1. Mannschaft gewann endgültig den Bad Hersfelder Pokal durch einen Sieg im Endspiel über Hünfeld mit 6:2. Die Hersfelder spielten in folgender Aufstellung: Bleitner, Wolfgang Rubke, Kuhn, Manfred Rubke, Taubenkropp, Jungkunz, Richter, Mistereck.
Das Jubiläumsjahr 1977
Unterverbandskongreß in Bad Hersfeld
Aus Anlass des 40jährigen Jubiläums fand am 16.01.1977 der Unterverbandskongress mit den ersten Pokalrunden in Bad Hersfeld statt. Die Wettkämpfe wurden in der Gastwirtschaft Schück am Eichhof durchgeführt. Der 1. Vorsitzende des Hessischen Schachverbandes, Dr. von Freyberg, war nach Bad Hersfeld gekommen, um verdiente Mitglieder des Hersfelder Vereins, die auf Verbandsebene Funktionen wahrgenommen haben, zu ehren. Es erhielten die silberne Ehrennadel HansRichard Friedrich und Hans-Dieter Frank für ihre Tätigkeiten als Unterverbandskassierer. Die bronzene Ehrennadel erhielt Günther Sauer für seine Verdienste um den Schachklub Bad Hersfeld, die Treuenadel des Hessischen Schachverbandes für langjährige ununterbrochene Mitgliedschaft Wolfgang Rubke.
Fahrt des Schachklub nach Berlin
Eine Woche nach Ostern vom 15.04. – 17.04.1977 fuhr eine Gruppe von 45 Schachspielern mit Angehörigen per Bus nach Berlin. Dort fand gegen Berlin Kreuzberg ein Freundschaftswettkampf statt. Obwohl die Berliner in ihrer Mannschaft 5 Bundesligaspieler eingesetzt hatten, endete die Begegnung 10:10 unentschieden. Allerdings waren die Hersfelder durch Spieler des Unterverbandes Osthessen verstärkt. Es war jedoch auch eine Reise mit Hindernissen. Ein geplatzter Reifen am Bus, ein vergessener Pass bei dem Grenzübertritt zur DDR und ein Kreislaufkollaps eines Spielers sorgten für Verzögerungen. Aber Berlin war trotzdem „eine Reise wert“. Eine Stadtrundfahrt in Berlin, ein Stadtbummel, Besichtigung von Sehenswürdigkeiten und ein Abend in einem Alt-Berliner Bier-Salon in Kreuzberg rundeten den Ausflug nach Berlin angenehm ab.
Bad Hersfeld wird Unterverbandsblitzmeister
Im Jubiläumsjahr konnten die Hersfelder die Blitz-Mannschaftsmeisterschaft mit Vierer-Mannschaften gewinnen. Der Bad Hersfelder Pokal konnte 1977 endgültig gewonnen werden. Obwohl die Hersfelder den Pokal im Vorjahr schon gewonnen hatten, wurde er von dem Unterverband durch ein Versehen noch einmal ausgeschrieben, da zu dieser Zeit noch kein anderer Pokal zur Verfügung stand. Hersfeld konnte ihn jedoch auch dieses Mal gewinnen, so dass er jetzt viermal hintereinander gewonnen war.
Fahrt des Schachklub nach Hamburg
Die Fahrt nach Hamburg wurde mit Angehörigen durchgeführt. Am Pfingstsonntag standen bei herrlichem Wetter eine Fahrt auf der Außenalster sowie eine Hafenrundfahrt auf dem Programm. Einem Besuch des Künstlerviertels Poseldorf folgte ein Bummel über die Reeperbahn. Frühaufsteher trafen sich morgens zu einem Besuch des Fischmarktes und am Abend begeisterte die Teilnehmer ein Blick aus dem 140 Meter hohen Restaurant im Fernsehturm auf das nächtliche Hamburg.
Die Rückreise wurde in der Lüneburger Heide noch einmal kurz unterbrochen.
Bad Hersfeld wird 1976 Vizemeister der Landesklasse nach 1876 Kassel und vor Eschwege und Fulda.
40jähriges Jubiläum des Schachklub Bad Hersfeld Jubiäumsturnier in der „Glimmesmühle“
In den Jahren 1976 und 1977 wurde der Verein von dem Vorsitzenden Hans-Dieter Frank geleitet, in dessen Amtszeit als herausragendes Ereignis das 40jährige Jubiläum des Vereins im Jahre 1977 fiel.
Dank der Initiative des Schachfreundes Bleitner und des 1. Vorsitzenden gelang es, am 17.06. und 19.06.1977 in der Glimmesmühle in Bad Hersfeld ein 3-RundenTurnier zu veranstalten, an dem neben dem Schachklub Bad Hersfeld noch die drei Bundesligamannschaften SC Bamberg, als amtierender Deutscher Meister, allerdings ohne Lothar Schmid und Dr. Helmut Pfleger, der SC Kreuzberg Berlin, ohne Großmeister Pachmann und die Hamburger Schachgesellschaft teilnahmen.
Am Ende des Turniers waren die drei Bundesligamannschaften punktgleich. Der Deutsche Meister Bamberg gewann nur nach Brettpunkten den Pokal vor Kreuzberg und Hamburg. Ohne seine Großmeister angetreten, (Schmid, Pfleger, Kestler) hatte der Meister allerdings zu kämpfen. In der 1. Runde am Freitag lief noch alles nach Wunsch. Die Bamberger besiegten die Hamburger mit 7:1.
Im zweiten Spiel standen sich das neu formierte Hersfelder Team mit Kuhn, Schlag, Bomert, Rubke, M., Rubke, W., Bleitner, Jungkunz, Rüger und Berlin Kreuzberg gegenüber. Die Hersfelder schlugen sich hier ganz hervorragend und unterlagen nur knapp mit 4,5:3,5. Es gewann Schlag an Brett 2 gegen den 2. der Berliner Meisterschaft Zschäbisch und Bleitner an Brett 6 gegen den ehemaligen Berliner Pokalmeister Schulze. Drei Remispartien erzielten Kuhn an Brett 1 gegen den diesjährigen Pokalsieger Federau, Bomert an Brett 3 gegen Sprotte und Stadtmeister Jungkunz gegen Sowada.
Am Samstag wurde die zweite Runde vormittags ausgetragen mit den Begegnungen Kreuzberg – Bamberg und Hersfeld – Hamburg. Die Kreuzberger spielten sehr stark und konnten die Bamberger mit 4,5:3,5 Punkten durch die überlegenen letzten 4 Bretter bezwingen.
Die Hersfelder verloren ihr zweites Spiel gegen Hamburg 6,5:1,5. Dabei präsentierte sich aber Schlag in hervorragender Form. Er gewann gegen Hallier in einer Angriffspartie. Rubke, W. erzielte ein Remis gegen Boog.
Am Sonntagvormittag wurde die 3. Runde ausgetragen mit Kreuzberg gegen Hamburg und Bad Hersfeld gegen Bamberg. Aus dem für Kreuzberg schon fast sicher geglaubten Turniersieg wurde jedoch nichts, da die Berliner vielleicht etwas überraschend gegen Hamburg mit 4,5:3,5 unterlagen und die Bamberger gegen Hersfeld mit 6,5:1,5 gewannen. Auf Grund des besseren Brettpunktverhältnisses wurden die Bamberger Pokalsieger.
Besonders hervorzuheben ist das Remis von Schlag gegen Teufel. Schlag holte aus 3 Partien 2,5 Punkte und blieb ebenso wie Jungkunz, der dreimal Remis spielte, als einziger Hersfelder Spieler ungeschlagen. Schlag konnte den von Karlis Lidums gestifteten Pokal für den besten Hersfelder Spieler entgegennehmen.
Im Rahmenprogramm fand noch ein Vergleic hskampf zwischen einer zweiten Berliner Mannschaft und der zweiten Hersfelder Mannschaft statt. Außerdem wurde am Sonntag ein Blitzturnier durchgeführt, das von Feustel vor Bartsch und Niedermeier gewonnen wurde.
Die Veranstaltung wurde durch die Bereitstellung von Pokalen durch die Stadt Bad Hersfeld, die Sparkasse Bad Hersfeld und die Brauerei Bad Hersfeld unterstützt.
Die Veranstaltung klang mit einem gemütlichen Beisammensein im Vereinslokal Grabenstübchen aus.
Die späten 70er
1978/1979 Bad Hersfeld wird erneut Meister der Landesklasse Nordost
In den Jahren 1978, 1979 und 1980 wurde der Schach klub Bad Hersfeld von dem 1. Vorsitzenden Richard Mistereck geleitet In seine Amtszeit fielen so bedeutende Ereignisse wie die erneute Erringung der Meisterschaft der Landesklasse Nordost im Jahre 1979. Aber die Aufstiegsspiele im Mai 1979 gegen den SV Gießen und Turm Tern konnten nicht erfolgreich beendet werden, so dass den Hersfeldern der Aufstieg in die Oberliga erneut versperrt blieb.
1980 wurde Bad Hersfeld wieder Blitzmeister des Unterverbandes in der Besetzung W. Rubke, Schlag, M. Rubke, Richter, vor Bebra und Rotenburg.
Präsentation des Schachklub Bad Hersfeld in der Fußgängerzone
In Zusammenarbeit mit dem Einzelhandelsverband und der Kurverwaltung Bad Hersfeld, die die Großfiguren zur Verfügung stellte, veranstaltete der Schachklub Bad Hersfeld auf dem Rathausplatz in der Fußgängerzone einen Schachtag für „Jedermann“. Es konnte geblitzt und mit den Großfeldfiguren gespielt werden, wobei sich die Schachmitglieder auch der Bevölkerung als Spielpartner zur Verfügung stellten.
Im Oktober 1978 besuchte der Schachklub Caissa Berlin Bad Hersfeld zu einem Freundschaftswettkampf. Die Berliner kommen immer gerne nach Bad Hersfeld, da unser Ort zum Grenzübergang nahe gelegen ist.
Auch im Jahre 1978 gewann der Schachklub Bad Hersfeld die Meisterschaft der Landesklasse Nordost. Er scheitert jedoch diesmal bei den Aufstiegsspielen zur Schachoberliga an dem Schachklub Limburg.
Anschluss an die SG Hessen Hersfeld
Suche nach neuem Vereinslokal
Im Jahre 1980 zeichnete sich schon ab, dass die Inhaberin des Vereinslokals „Zum Grabenstübchen“ aus Gesundheits- und Altersgründen die Gaststätte aufgeben wird. Aus diesem Grunde bemühte sich der Vorstand des Schachklub Bad Hersfeld um neue Vereinsräume.
Es wurde Kontakt mit der Stadt Bad Hersfeld, verschiedenen Bürgerhausverwaltungen (Kalkobes, Asbach, Sorga) und mit verschiedenen Gaststätten aufgenommen. Auch mit den beiden Hersfelder Großvereinen, dem Turnverein Bad Hersfeld und der SG Hessen Bad Hersfeld, wurden Verhandlungen wegen eines Anschlusses an den jeweiligen Verein geführt.
Der Verein erhielt auch hier die Unterstützung der Stadt Bad Hersfeld, die unter gewissen zeitlichen Beschränkungen das Bürgerhaus in Kalkobes, Sorga oder auch die Räume der damaligen Altenbegegnungsstätte am Markt, zur Nutzung anbot.
Die Gespräche zwischen den Vorständen des Schachklub Bad Hersfeld und der Sportgemeinde SG Hessen Hersfeld führten schließlich zu einem positiven Ergebnis, und der Schachklub entschloss sich, als Schachabteilung der Sportgemeinde Hessen Bad Hersfeld beizutreten.
1981 Gründung der Schachabteilung bei der SG Hessen Bad Hersfeld
1981 wurde Hans-Dieter Frank wieder zum 1. Vorsitzenden des Schachklub Bad Hersfeld gewählt, der auch gleichzeitig Abteilungsleiter der neu gegründeten Schachabteilung wird. Diese beiden Ämter übte er in Personalunion aus, bis zur formellen Fusion zwischen dem Schachklub Bad Hersfeld und der Schachabteilung der SG Hessen Hersfeld zum 31.12.1983. Die Sportgemeinde Hessen Hersfeld hatte jedoch den Schachfreunden bereits ab 01.01.1981 den Jugendraum im Sportlerheim an der Oberau als Vereinsraum zur Verfügung gestellt.
In der Hauptversammlung des Schachklub Bad Hersfeld vom 06.02.1981 wurden die Weichen für einen Anschluss des Schachklub Bad Hersfeld an die Sportgemeinde Hessen Hersfeld gestellt. Nachdem in der Hauptversammlung der SG Hessen Bad Hersfeld am 06.03.1981 die Voraussetzungen für die Gründung einer Abteilung Schach geschaffen worden waren, haben die Mitglieder des bisherigen Schachklub Bad Hersfeld zum 01.07.1981 die Schachabteilung gegründet. Nachdem die Schachabteilung und der Schachklub dann mit Wirkung zum 31.12.1983 fusioniert hatten, wurde die Schachtradition in Bad Hersfeld jetzt von der Schachabteilung der SG Hessen Bad Hersfeld fortgesetzt.
Der Hessische Schachverband, unter dem jetzigen 1. Vorsitzenden Zöfel, hat die Fusion dadurch erleichtert, dass die Mannschaften der Schachabteilung in den gleichen Spielklassen weiterspielen konnten, wie der Vorgängerverein, der Schachklub Bad Hersfeld.
Durchwachsene 80er
1981 – Hersfeld wird wieder Unterverbandsblitzmeister und Sieger in der Landesklasse
In der Besetzung Schlag, Rubke, W., Rubke, M. und Richter wurden die Hersfelder wieder Blitzmannschaftsmeister des Unterverbandes Osthessen. Auch die Meisterschaft in der Landesklasse Nordost konnte wieder einmal errungen werden. Aber wie schon so oft scheiterten die Hersfelder wieder in den Aufstiegsspielen zur Oberliga, diesmal an Gießen. Die Hersfelderwarten alle darauf, dass der Knoten einmal platzt und auch diese Hürde genommen werden kann. Dass die Hersfelder die entsprechende Spielstärke im Grunde besitzen, zeigt die Tatsache, dass die diesjährige Meisterschaft vor Bad Wildungen und 1876 Kassel gewonnen werden konnte, wobei die Kasseler ja schon mehrfach in der Oberliga spielten.
Der Tabellenstand 1981:
| Mannschaft | MP | |
|---|---|---|
| 1. | Schachklub Bad Hersfeld | 12: 2 |
| 2. | Bad Wildungen | 11: 3 |
| 3. | 1876 Kassel I. | 10: 4 |
| 4. | Fulda I. | 8: 6 |
| 5. | Bebra | 8: 6 |
| 6. | Rotenburg | 4: 10 |
| 7. | Kassel 1876 III. | 2: 12 |
| 8. | Fulda II. | 0: 12 |
1982 – Schachabteilung weiter äußerst aktiv
Die Schachabteilung fühlt sich in den neuen Räumen recht wohl, die Mitgliederzahl beträgt jetzt 40 und der Verein kann erstmals neben den Jugendmannschaften mit 3 Seniorenmannschaften spielen.
Die Hersfelder nahmen mit zwei Mannschaften an einem Mehrstädtewettkampf in Schwabmünchen teil und hatten eine Schachmannschaft aus Düsseldorf zu Gast in Bad Hersfeld.
Erstmals in der Vereinsgeschichte nahmen die Schachfreunde mit einem Festwagen an dem Lullusfestzug in 1982 teil und beteiligten sich auch 1985 mit einer Fußgruppe an dem Umzug.
1983 – Bad Hersfeld wurde Gewinner des Viererpokals im Unterverband
In diesem Jahr wurde erstmals der „Viererpokal“ im Unterverband Osthessen ausgetragen. Nachdem die Hersfelder Alsfeld mit 3,5:0,5 ausgeschaltet hatten, trafen sie im Endspiel auf Fulda, das 2:2 endete. Nach der Berliner Wertung behielten jedoch die Hersfelder mit 6,5:3,5 die Oberhand und wurden Pokalsieger.
Ab 1983 wird ein neuer Mannschaftspokal, der Unterverbandspokal ausgespielt, der von dem Unterverband Osthessen zur Verfügung gestellt wurde. Gewinner dieses Pokals war 1983 der Schachklub Fulda.^
1984 – Auf und ab bei der Schachabteilung
1984 brachte ein Jahr mit Höhen und Tiefen für die Schachabteilung. So mußte die 1. Mannschaft aus der Landesklasse absteigen, schaffte jedoch durch einen Sieg bei den Unterverbandsmeisterschaften sofort den Wiederaufstieg. Die Unterverbandsmeisterschaft wurde mit 14:0 Punkten gewonnen vor Bebra mit 10:4 Punkten und Hünfeld mit 8:6 Punkten.
1984 – Schachfreunde aus Schwabmünchen zu Gast in Bad Hersfeld
Am 06.07. und 08.07.1984 besuchte der Schachklub Schwabmünchen mit Angehörigen die Hersfelder. Neben einer Freundschaftsbegegnung zwischen den Bayern und den „Hessen“ die die Hersfelder 7:5 verloren, stand ein Festspielbesuch, eine Zonengrenzfahrt, eine Stadtführung und ein gemeinsamer Kegelabend auf dem Programm. Ein Einzelblitzturnier durfte zur Auflockerung der Schachwettkämpfe natürlich auch nicht fehlen.
SG Hessen Bad Hersfeld besteht 75 Jahre
Teilnahme an einem europäischen Städtefernturnier
Aus Anlass des Jubiläums des Hauptvereins startete die Schachabteilung ein europäisches Städtefernturnier, in dem sich die Hersfelder recht erfolgreich behaupten konnten. An dem Turnier beteiligen sich 36 Städte aus 7 europäischen Ländern. Die Züge werden arbeitstäglich telefonisch oder per Fernschreiber übermittelt. Jeden Freitag wird die Fernpartie analysiert. Da dieses Turnier jedoch sehr zeitaufwendig ist, stiegen die Hersfelder Ende 1986 aus dem Wettkampf aus. In den zwei Jahren wurden mit 3 holländischen Mannschaften Freundschaften geknüpft und Erinnerungsgeschenke ausgetauscht. Es waren Langedijk, Gravenzande und Sliedrecht.
Lothar Schmid spielt Simultan in Bad Hersfeld
Am 17.06.1985 gastierte Lothar Schmid, der internationale Schachgroßmeister aus Bamberg und WM-Schiedsrichter, zu einer Simultanveranstaltung im Hotel am Kurpark, auf Einladung der Schachabteilung in Bad Hersfeld. In einer repräsentativen Umgebung spielte er gegen 30 Schachfreunde aus dem Unterverband Osthessen simultan, und zeigte am Demonstrationsbrett in aufgelockerter, humorvoller Kommentierung, eine voller Überraschung steckende Turnierpartie Lothar Schmid konnte 23 Partien gewinnen. Einen vollen Punkt trotzten ihm jedoch folgende Spieler des Unterverbandes ab: Wolfgang Rubke und Thomas Kehres von Hessen Hersfeld, während sich ein Remis erkämpften: Walter Steinberg, Franz Schlag und Wolfgang Zeihe von Hessen Hersfeld, H. J. Siebold von Heringen und A. Seng von Fulda. Neben den Spielern des Schachunterverbandes nahmen auch nicht vereinsgebundene Spieler aus dem Kreis Hersfeld an der Simultanveranstaltung teil. Die im Ballsaal des Hotels am Kurpark stattfindende Veranstaltung wurde von vielen Zuschauern verfolgt und war ein voller Erfolg. Neben dem Vorsitzenden der SG Hessen Hersfeld, Heinz Pfaffenbach und dem Schachabteilungsleiter Hans-Dieter Frank, wurde Lothar Schmid auch von Bürgermeister Boehmer willkommen geheißen. Der jüngste Teilnehmer bei der Veranstaltung war 15 Jahre alt und der älteste 77 Jahre.
Die Jugend tritt Abschluss der 80er in der Vordergrund
1986 – Sieg und Niederlage für die Schachabteilung
Dieses Jahr brachte wieder wechselnde Ergebnisse. So musste die 1. Mannschaft, erneut aus der Landesklasse absteigen. Sie konnte allerdings erstmals den Unterverbandspokal für 8er Mannschaften gewinnen.
Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit hat die Schachabteilung wieder Schach für jedermann durch Schach-Informations und Spielstände anlässlich des Kurparkfestes der Stadt Bad Hersfeld und des Spielfestes der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg am 17.8. 1986 angeboten. Das waren unter anderem auch Beiträge anlässlich der 1250 Jahrfeier der Stadt Bad Hersfeld.
Die Einzelspieler waren, wie auch in den Vorjahren recht erfolgreich. Eine Reihe von Spielern nahm jeweils an den Hessischen Schachmeisterschaften teil und Hersfelder Spieler stellten wiederholt, den Unterverbandsjugendmeister, den Unterverbandsmeister der Senioren, den Gewinner des „Goldenen Bauern“ auf Unterverbandsebene.
1987 – Die 1. Mannschaft schafft den Wiederaufstieg in die Landesklasse
Zu Beginn des noch jungen Jubiläumsjahres können wir die erfreuliche Tatsache vermerken, dass die Hersfelder wiederum die Meisterschaft in der Unterverbandsklasse Osthessen geschafft haben und damit wieder in die Landesklasse Nordost aufsteigen. Man hat sich diesmal vorgenommen, dort etwas länger zu verweilen und nicht wieder in der folgenden Saison abzusteigen. Die Osthessenjugendmeisterschaften konnten zwei Hersfelder im Januar bei der D-Jugend Darius-Christian Hamidzadeh, und bei der A-Jugend Bernd Stein berg, gewinnen.
Mit diesen erfreulichen Tatsachen soll die Jubiläums-Chronik hier ihren Abschluss finden. Es mag sein, dass die eine oder andere Tatsache, die vielleicht auch erwähnenswert gewesen sei, im Laufe der Jahre in den Hintergrund getreten oder gar in Vergessenheit geraten ist. Die hiervon betroffenen Schachfreunde werden dafür um Verständnis gebeten. Der Chronist bedankt sich für die Unterstützung und Zuarbeit bei der Zusammenstellung dieser Schrift bei den beteiligten Schachfreunden.
Möge der Schachabteilung in der zweiten Hälfte des Jahrhundertes des Bestehens eine ähnlich gute Entwicklung beschieden sein, wie in den ersten 50 Jahren.
Die Geschichte der Schachabteilung in der SG Hessen beginnt am 1. Januar 1981. Denn seit diesem Zeitpunkt konnten die Schachfreunde des SK Bad Hersfeld den Jugendraum im Sportlerheim an der Oberau nutzen, um dort das „königliche Spiel“ wettkampfmäßig zu betreiben. Nachdem in den Hauptversammlungen der beiden Vereine die entsprechenden Voraussetzungen geschaffen worden waren, wurde die Schachabteilung am 1. Juli 1981 auch formell gegründet. Ihre ca. 40 Mitglieder setzten so die 44jährige Tradition des organisierten Schachs in Bad Hersfeld unter dem Dach der Sportgemeinde fort.
Bis Anfang der 1990er Jahre zeigte sich die 1. Mannschaft der Abteilung als eine typische Fahrstuhl-Acht: Vier Abstiegen aus der Landesklasse Nord folgte jeweils die Meisterschaft der Unterverbandsklasse und der direkte Wiederaufstieg in den Jahren 1985, 1987, 1989 und 1992. Eine intensive und nachhaltige Jugendarbeit legte jedoch den Grundstein für die Goldene Zeit des Hersfelder Schachs in den Neunziger Jahren. Die Hersfelder Schachjugend demonstrierte überregional ihre Spielstärke und errang serienweise Hessische Meister- und Vizemeistertitel in Einzel- und Mannschaftswettbewerben. Die stärksten Spieler waren Bernd Steinberg, Darius C. Hamidzadeh, Thomas Frank, Wolfgang Frank und Florian Grafl. Die C-Jugend wurde zwischen 1989 und 1991 dreimal in Folge Hessenmeister und 1990 Mannschaft des Jahres im Sportkreis Hersfeld-Rotenburg.
In der Saison 1994/95 trug die gute Jugendarbeit auch im Erwachsenenbereich Früchte und der 1. Mannschaft gelang zum ersten Mal in ihrer Geschichte der Aufstieg in die Hessenliga. Im Gedächtnis bleibt hier vor allem der dramatische Wettkampf gegen den favorisierten Kasseler SK am 15. Januar 1995, der nach über 10stündiger Spielzeit abgebrochen werden musste. Die Hersfelder erzielten bei der Wiederaufnahme ein 4:4, das am Ende die Meisterschaft zu ihren Gunsten entschied. Selbst die Hochwasserkatastrophe, die eine Woche später die gesamte Sportgemeinde heimsuchte, konnte den Aufstieg nicht mehr verhindern; auch die Schachspieler halfen bei der Renovierung der Räumlichkeiten kräftig mit.
Mit Florian Grafl hatte die Schachabteilung nun auch einen Spieler in ihren Reihen, der die üblichen Maßstäbe weit überragte. Dank seiner außergewöhnlichen Begabung und einer gezielten Förderung sammelte er schon im jugendlichen Alter auf Hessenebene zahlreiche Titel, wurde 1996 im Alter von dreizehn bereits Sportler des Jahres und errang 1997 sogar den deutschen Meistertitel der C-Jugend. Er nahm an Welt- und Europameisterschaften teil und konnte als größten Erfolg 2000 die Vize-Europameisterschaft verbuchen; in demselben Jahr gewann er auch die Hessische Meisterschaft der Erwachsenen. Mit Grafl am Spitzenbrett gelang der 1. Mannschaft in der Saison 1998/99 erneut der Aufstieg in die Hessenliga.
Ebenfalls einen sehr hohen Stellenwert besaß in der Abteilung das Damenschach: Katrin Radick, Linda Grafl und Lena Robitzsch gewannen zwischen 1999 und 2002 dreimal die Hessischen Meisterschaften der U 20 und wurden demzufolge auch 2000 zur Mannschaft des Jahres im Sportkreis gewählt. Den größten Erfolg konnte Birgit Schuster erringen, die 2001 in Willingen für die Hersfelder Farben zur Hessischen Damenmeisterin avancierte.
Die Geschichte der Schachabteilung besteht aber nicht nur aus Titeln, Aufstiegen und Meisterschaften sondern auch aus vielen zwischenmenschlichen Begegnungen. So wurden Freundschaftswettkämpfe unter anderem gegen Düsseldorf, Schwabmünchen, Bad Salzungen und Solingen bestritten. Anlässlich des 75jährigen Jubiläums des Hauptvereins nahm die Abteilung unter Federführung von Jochen Bleitner an einem europäischen Städtefernturnier teil. In dem Vorinternet-Zeitalter wurden die Züge telefonisch oder per Fernschreiber übermittelt und täglich in der Hersfelder Zeitung veröffentlicht.
Besondere Höhepunkte für die Schachabteilung waren zwei Simultanturniere mit renommierten deutschen Schachgroßmeistern. Lothar Schmid, der u. a. den legendären WM-Kampf Fischer gegen Spasski als Schiedsrichter geleitet hatte, gastierte 1985 in Bad Hersfeld und spielte gegen 30 Schachfreunde des Unterverbandes. 1997 ließ sich der aus vielen Schachsendungen im Fernsehen bekannte Großmeister Dr. Helmut Pfleger ebenfalls von 30 Schachspielern der Region in einer über fünfstündigen Simultanveranstaltung herausfordern.
Einmal im Jahr bei dem traditionellen Schach-Fußball-Turnier in Langenbieber gerieten die Schachfreunde auch körperlich ins Schwitzen. Bezeichnenderweise geschah dies in den blauen Trikots der SG Hessen, die die Fußballabteilung regelmäßig zur Verfügung stellte. So beflügelt liefen die Schachspieler auch auf dem grünen Rasen zu großer Form auf und füllten die Vitrine des Jugendraumes weiter mit Pokalen.
2004 endet die Geschichte der Schachabteilung in der SG Hessen: Im Einvernehmen mit dem Hauptverein wurde die Abteilung aufgelöst und die Schachspieler gründeten den SK Turm Bad Hersfeld als selbständigen Verein. Die 23 gemeinsamen Jahre waren nicht nur von herausragenden sportlichen Leistungen und einem guten menschlichen Zusammenhalt sondern auch von großer Kontinuität geprägt. Für eine schnelllebige Zeit gewiss ungewöhnlich stand in all den Jahren mit Hans-Dieter Frank dieselbe Person an der Spitze der Schachabteilung, die er mit Umsicht, hohem Engagement und viel Idealismus im Team mit dem Abteilungsvorstand leitete.
Anlässlich des 100jährigen Jubiläums der Sportgemeinde blicken die Schachfreunde auf eine sehr erfolgreiche Zeit in der SG Hessen Hersfeld zurück und wünschen in alter Verbundenheit alles erdenklich Gute.
