Am 6. Spieltag der Bezirksoberliga und dem 5. Spiel für die Hersfelder musste sich die zweite Mannschaft leider nach leidenschaftlichem Kampf kanpp mit 2,5-3,5 der ersten Mannschaft von Landeck Schenklengsfeld geschlagen geben.
Dabei hatte es gegen den Tabellenzweiten und Favoriten der Partie gut begonnen.
Zuerst erspielte sich Denis Kapustjan an Brett 5 einen klaren Vorteil. Die ersten 13 Züge waren noch relativ ausgeglichen, danach folgten jedoch zwei Ungenauigkeiten, die zu folgender Stellung führte:
Denis hatte hier mit Schwarz den Springer auf f3 geschlagen – laut Engine selbst eine Ungenauigkeit (besser wäre hier Se4 gewesen um den Angriff zu erweitern) – jedoch übersah Weiß hier die Gabel Sd3 und nahm den schwarzen Läufer mit dem eigenen Läufer.
Mit gxf3 hätte Weiß zwar auch schlechter gestanden, hätte jedoch nicht gleich die Qualität verloren.
Zeitgleich spiele Wolf Hajo Baschin-Iber an Brett 4 eine komplett ausgeglichene Partie. Keiner der beiden Spieler wollte hier Angriffsmöglichkeiten bieten. Und so entwickelte sich die Partie aus dem Londoner System schnell zu einer sehr ausgeglichenen Stellung:
Die Partie wäre sicher auch noch weiter zu spielen gewesen, jedoch sah es bisher ganz gut aus und so nahm Wolf Hajo das Remisangebot seines Gegners an.
In der Zwischenzeit hatte auch der Gegner von Denis nach ein paar wenigen Zügen nach dem Qualitätsverlust genug für den Nachmittag und gab auf.
An Brett 2 verlor Wilhelm Schimming leider seine Partie. Da er sich jedoch auf die hessische Einzelmeisterschaft vorbereitet und nicht möchte, dass sich seine Gegenspieler vorbereiten, gibt es an dieser Stelle zu seiner Partie keinen Bericht.
An Brett 6 spielte Philipp Schäfer gegen einen deutlich favorisierten Gegner. Der erste kurze Schreckmoment kam nach Zug 14:
Philipp hatte hier 14.f4 gespielt. Hier hätte sein Gegner mit Sg4 die Partie relativ schnell entscheiden können. Zieht der angegriffene Turm weg, kann Schwarz Lxg5 spielen und nach fxg5 schlägt die Dame auf h2. Danach wäre die Königsstellung so schlecht, dass die Engine hier sogar lieber den Turm gibt.
Glücklicherweise spielte Schwarz hier aber Db6.
Leider konnte sich Schwarz trotzdem einen Vorteil erspielen. In folgender Stellung hatte Phillip mit Tbe1 die Deckung für den Bauern auf b2 aufgegeben:
Dies war der wohl spielentscheidene Moment. Hier wäre f5 möglich gewesen, da nur nach Ld7 dann nicht der Abzug Sf6+ mit Angriff auf den Turm e8 möglich gewesen wäre. So hätte die Stellung zusammen gehalten und die Engine sagt 0.00.
Philipp entschied sich jedoch für c3 und nach dem Damenabtausch fehlt bei dem Minusbauern das Gegenspiel.
Schade, jedoch sehr schwer zu sehen.
In der Folge spielte Philipps Gegner den Vorteil souverän aus und fügte den Hersfeldern eine weitere Niederlage zu.
Sehr erfreulich verlief allerdings die Partie an Brett 1:
Vanessa Krauße spielte hier gegen den erfahrenen Schenklengsfelder Spitzenspieler Kothe und war dementsprechend nominell in der Außenseiterrolle.
Davon merkte man jedoch in dieser Partie überhaupt nichts und so war es tatsächlich der Schenklengsfelder, der den ersten Fehler machte. Der war allerdings noch nicht spielentscheidend:
Weiß spielte hier auf den vorhergehenden Zug 12…Sxb4 Sd2 und Vanessa sah folgerichtig 13… Txa1 14. Lxa1 dxc5 15.dxc5.
Nach 15… c6 wäre der Vorteil schon gesichert gewesen, Vanessa spielte allerdings Dc8.
Der Hauch eines Fehlers.
Das war allerdings auch vorerst der letzte Fehler.
Beide Spieler spielten eine außerordentlich gute Partie und so lässt sich auch keine Stellung ausmachen, die für den Vorteil verantwortlich war, den sich Vanessa erspielen konnte.
Es reichte hier, dass Venessa über mehrere Züge immer den besten Zug fand, während der Schenklengsfelder „nur“ gute Züge spielte. Im Zuge dessen opferte Weiß einen Bauern, vermutlich für Gegenspiel, konnte dieses jedoch kaum umsetzen.
Dazu kam dann der letzte Fehler:
Weiß spielte hier Kh2 und gab nach Db6 auf, da sich hier die Damen tauschen müssen (sonst schlägt die Dame auf f2) und der Mehrbauer dann zu viel ist.
Die letzte mögliche Rettung wäre Kg2 gewesen. Danach hätte Weiß mit seiner Dame zumindest noch etwas Gegenspiel gehabt.
So konnte Vanessa jedoch die Spitzenpartie für sich entscheiden.
Bei Mannschaftsführerin Alana Prendel an Brett 3 lief es jedoch diesmal nicht so gut.
Die Partie begann ziemlich ausgeglichen mit kleineren Ungenauigkeiten auf beiden Seiten.
Den einzigen größeren und damit leider auch spielentscheidenden Fehler machte jedoch Alana:
Alana hatte hier b6 gespielt und damit Weiß erlaubt einen Freibauern auf der C-Linie zu bekommen. Dieser Freibauer war im weiteren Partieverlauf zu stark und Weiß konnte sogar noch die D-Linie öffnen und mit einer Turm-Dame-Turm Batterie besetzen, da Alanas Figuren an dem Freibauern hingen.
Schade für uns aber gut gespielt vom Schenklengsfelder, der damit unsere 2,5-3,5 Niederlage besiegelte. Trotzdem war es eine knappe Partie gegen eine der Mannschaften von oben.
Im nächsten Spiel gegen Burghaun sollte nun aber auf jeden Fall gepunktet werden, da Burghaun und Alsfeld beide überraschend punkten konnten und wir jetzt nur noch einen Punkt vor dem Abstiegsplatz liegen. Nach dem Spielverlauf der letzten Spieltage und auch von diesem Spiel, dürfte dies jedoch definitiv möglich sein.
Anbei noch die Partien zum Nachspielen (dafür einfach auf den ersten Zug der Partie klicken und es öffnet sich das Brett):
Ebenfalls noch ein paar Impressionen:





